Sonntag, 06. April 2025
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Bezirksbürgermeister lädt zum Kiezspaziergang ein

Naturschutzgebiet „Biesenhorster Sand“

Der nächste Kiezspaziergang mit Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) findet am Sonnabend, 12. Juni 2021, um 10 Uhr statt. Diesmal geht es durch das neue Naturschutzgebiet „Biesenhorster Sand“ im Süden des Bezirks. Am 5. März 2021 hatte die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther (Bündnis 90/Grüne) die entsprechende Verordnung unterschrieben. Das Gebiet wird wegen seiner „ökologisch wertvollen Trockenrasen“ unter Schutz gestellt.
Bis zum Jahr 1994 befanden sich hier noch eine Kaserne der ehemaligen Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) und der Rangierbahnhof Wuhlheide.
Nach dem Truppenabzug und der Stillegung der Eisenbahnanlagen entwickelte sich der Biesenhorster Sand zum Biotop. Ruderalvegetation und natürliche Flora und Fauna entwickelten sich. Technische Überbleibsel und modernde Bahnschwellen sind noch teilweise zu finden.

Auf dem nährtsoffarmen und dränierten Boden siedelten sich einige sehr seltene oder ausgestorben geglaubte Tierarten an, die auf nährstoffarme Böden spezialisiert sind. Dazu zählen 382 Farn- und Blütenpflanzen, von denen 21 schon als ausgestorben gelistet waren.
Hier nisten inzwischen 33 Vogelarten, das ist ein Viertel der in Berlin heimischen Arten. Dazu wurden 778 verschiedene Käferarten und 388 verschiedene Großschmetterlinge ermittelt, von denen zwölf Arten längst als in Berlin ausgestorben galten.
Günstige Lebensbedingungen bietet das Gebiet mit seinen im Sommer bis zu 65 Grad heißen Trockenrasenflächen auch für die Zauneidechse, die streng geschützt ist.
Das 108 Hektar große Areal des NSG „Biesenhorster Sand“ erstreckt sich auf beiden Seiten entlang der Grenze zwischen den Bezirken Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf. Der Lichtenberger Teil umfasst 23,7 Hektar.

Michael Grunst: „Ich möchte interessierte Lichtenbergerinnen und Lichtenberger einladen, mit mir dieses einmalige Gebiet zu erkunden und gleichzeitig in lockerer Atmosphäre ins Gespräch zu kommen. Ich freue mich sehr darauf, denn gerade jetzt ist mir der persönliche Austausch ein großes Anliegen.“

Notwendige Pflege- und Unterhaltungsmaßnahmen

Für den Erhalt des Biesenhorster Sandes werden seit Mitte der 1990er Jahre vom NABU regelmäßige Pflegearbeiten durchgeführt, um den Charakter des Geländes vor Verbuschung zu bewahren. Die wertvollen offenen Biotope und Trockenrasen müssen von natürlichen Gehölzaufwuchs freigehalten werden. Ein Pflege- und Entwicklungsplan sichert alternative Methoden zum Erhalt des gegenwärtigen Zustandes. Auch die Pflege des Biotops durch Beweidung mit Schafen und Ziegen auf fünf Koppeln gehört dazz. Das Wegenetz dient der Naherholung.
Das Gebiet des „Biesenhorster Sandes“ ist über den S-Bahnhof Wuhlheide im Süden und den U-Bahnhof Biesdorf im Norden gut mit dem ÖPNV angebunden.

Treff zum Kiezspaziergang

Startpunkt für den Kiezspaziergang ist das östliche Ende der Viechtacher Straße in 10318 Berlin-Karlshorst. Der Treffpunkt befindet sich knapp 200 Meter östlich der Kreuzung Viechtacher Straße / Teisnacher Straße / Kirchdorfer Straße, an der NABU-Informations neben der Koppel.

Der Spaziergang findet in Kooperation mit dem iKARUS Stadtteilzentrum und der NABU-Ortsgruppe Karlshorst statt. Auch ein Vertreter des Lichtenberger Straßen- und Grünflächenamtes wird anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen. Es gibt keine Parkmöglichkeiten direkt vor Ort, in den angrenzenden Straßen können aber die öffentlichen Parkplätze genutzt werden.