Die über 500 Meter lange Fußgängerbrücke zwischen dem Lichtenberger Wohngebiet Fennpfuhl und dem Friedrichshainer Samariterviertel war Anfang der 80er Jahre ein Un- und Angstort: Viele nannten das verwahrloste Bauwerk Storkower Tunnel. Am 26. November 1983 bemalten 20 junge Leute den düsteren Ort mit Farbe: Tiermotive, Menschenfiguren, Bäume und Landschaften. Die Stasi untersuchte den Fall. Der SED-Staat verhängte drastische Geldstrafen. Sieben Beteiligte kamen ins Gefängnis. Zahlreiche Jugendliche solidarisierten sich mit der Aktion und brachten durch illegale Sammlungen die komplette Strafsumme von über 30.000 DDR-Mark auf. Im Rahmen der Ausstellung findet am 6. Dezember ein Zeitzeug:innengespräch mit Katrin Siebert, Initiatorin der Aktion, dem ehemaligen Ausbilder für Jugenddiakone in Ostberlin, Rudi Pahnke und einem weiteren Zeitzeugen statt. Im Zentrum des Gesprächs stehen Fragen zur Motivation der Maler:innen sowie des Jugendlebens in Ostberlin in den 80er Jahren.
Mittwoch, 6, Dezember 2023 | 19 Uhr
„So konnte es nicht bleiben!“
Zeitzeugengespräch zur Erinnerung an die Mal-Aktion
vor 40 Jahren auf der Storkower Fußgängerbrücke Gespräch
mit:
Katrin Siebeck, Zeitzeugin, 1983 an der Malaktion beteiligt
N. N., Zeitzeuge
Rudi Pahnke, Pfarrer und Aktiver in der Jugendarbeit
Moderation: Dr. Dirk Moldt, Historiker und Zeitzeuge
Veranstaltungssaal im 1.OG. | Veranstaltungslink
Berliner Beauftragter zur Aufarbeitung der SED-Diktatur | Franz-Jacob-Str. 4 B | 10369 Berlin
Die Veranstaltung ist Teil eines Projekts des Jugend[widerstand]smuseums, das neben dieser Veranstaltung unter anderem auch eine Wanderausstellung umfasst und von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und dem Bezirkskulturfonds Friedrichshain-Kreuzberg gefördert wird.