Samstag, 05. April 2025
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Sozialdaten als dynamische Offene Daten für alle zugänglich

OpenData: Sozialinformationssystem (SIS) für Berlin

„Sozialdaten besser verstehen – interaktiv und für alle zugänglich“ — so kündigt die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung eine neue OpenData Anwendung an, die langfristige Folgen für das Verhältnis Staat und Bürger nach sich zieht.

Die neue digitale Lösung zur Visualisierung von Sozialdaten ist das Sozialinformationssystem (SIS). Es erhielt im Jahr 2021 den Berliner Verwaltungspreis. Es hat nun eine Dashboard-Funktionalität, die Sozialverwaltung und alle Bürger bekommen eine Art „Armaturenbrett,“ von dem Sozialdaten in Form von Grafiken, Karten und Diagrammen abzurufen sind.

Das Projekt wurde durch das Fraunhofer-Institut FOKUS wissenschaftlich begleitet und in der technischen Umsetzung unterstützt. Derzeit gibt es sechs Dashboards zu folgenden Transferleistungen:

  • Hilfe zum Lebensunterhalt
  • Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung
  • Eingliederungshilfe
  • Hilfe zur Pflege
  • Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz.

Senatorin Cansel Kiziltepe (SPD) sagte dazu: „Mit den modernen Daten-Dashboards tragen wir dazu bei, Verwaltungsdaten transparent und intuitiv zugänglich zu machen – für unsere Kolleginnen und Kollegen in der Verwaltung ebenso wie für die breite Öffentlichkeit.”

Überblick über Leistungsbezug, zeitliche Abläufe und Verteilung

Mit den Dashborads können Empfangendenzahlen und zeitliche Entwicklungen sowie räumliche Verteilung auf einen Blick eingesehen werden. In den kommenden Monaten wird die Funktionalität schrittweise erweitert, um die Einbindung weiterer Datensätze zu ermöglichen und die Verknüpfung von Datensätzen zu erleichtern. Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer integrierten Armuts- und Sozialberichterstattung. Ziel ist es, die soziale Lage der Berliner Bevölkerung lebenslageorientiert und sozialräumlich präzise zu beschreiben, um darauf aufbauend gezieltere Maßnahmen zur Armutsprävention zu entwickeln und zu steuern.

Senatorin Cansel Kiziltepe: “Wir müssen den wachsenden sozialen Herausforderungen in Berlin entschlossen und zielgerichtet entgegentreten. Dafür benötigen wir eine solide Datenbasis. Das vorliegende System ist ein wichtiger Baustein, um die Steuerung der Sozialpolitik in unserer Stadt zu verbessern und den Kampf gegen die Armut voranzutreiben.”

Das Projekt wurde durch das Fraunhofer-Institut FOKUS wissenschaftlich begleitet und in der technischen Umsetzung unterstützt.

Die Dashboards sind hier aufrufbar: https://dashboards.sozial-informations-system.de

Sozialdaten und soziale Planungskoordination in Berlin

In Berlin gibt es damit ein flächendeckendes System, um Sozialdaten und die „soziale Planungskoordination“ zu vernetzen, und planendes Verwaltungshandeln auf Sozialräume und soziale Zielgruppen auszurichten. — Das Verhältnis zwischen Bürger und Staat wird durch eine neue digitale Rationalität beeinflusst: „Es werden nicht mehr alle Bürger und Zuwanderer gleich betrachtet und behandelt, sondern als Zielgruppen, zu betreuende Gruppen und als Kostenstellen und Kostenfaktoren.“

Eine durch Politik und Sozialpolitik gelenkte demographische, ethnische und soziale Segregation und Mischung wird damit in Berlin möglich. In Berlin ist dies bereits sehr weit gediehen. Kommunal- und Sozialpolitik und soziale Träger und Förderprogramme und Wohnungsbaupolitik richten sich danach aus. Sie wirken mit vereinten Kräften und Absprachen daran, die freie soziale Marktwirtschaft durch Kollaboration und Verwaltungs-Koordination abzulösen.
Resultierende Fehlentwicklungen, soziale Inklusion, Gleichstellung, soziale Gerechtigkeit und dazu Gleichbehandlung und Chancengleichheit, können mit den vorliegenden OpenData künftig identifiziert und verfolgt werden.

Digitale Lokalpresse und Lokaljournalisten können diese OpenData und Entwicklungen auch nutzen und auswerten, und dabei mit eigenen Langzeitbeobachtungen korrelieren. Wichtige neue Erkenntnisse zur Armuts- und Ungleichheitsforschung und zum wirtschaftlichen Aufstieg aus Armutsvierteln können dabei gewonnen werden.

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